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Massenkrankheit Bluthochdruck: Ab wann wird's gefährlich?

Jeder dritte Mensch über 35 in Österreich ist von einem zu hohen Blutdruck betroffen. Nur jeder zweite weiß überhaupt von seinen besorgniserregenden Werten, andere verdrängen diese Nachricht vom Arzt ohne zu Handeln. Die Bilanz sieht daher nicht so schön aus: 80.000 Österreicher werden jährlich zum Opfer von Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Nierenerkrankungen. Denn wer ständig sein Blut mit zuviel Druck durch die Adern pumpt muss damit rechnen, dass die Gefäße in Mitleidenschaft gezogen werden.

Was sagen die zwei gemessenen Werte aus?
  • Der erste Wert: wird auf Fachchinesisch "systolischer Blutdruck" genannt. Dieser wird in den Arterien gemessen, wenn sich das Herz zusammenzeiht und das Blut in die Adern pumpt. Dieser Wert steigt mit dem Alter kontinuierlich an, daher ist es umso wichtiger im Alter die Lebensstilfaktoren im Auge zu behalten.
  • Der zweite Wert: wird auch "diastolischer Blutdruck" genannt. Dieser herrscht in den Gefäßen, wenn das Herz wieder erschlafft und sich mit Blut füllt. Dieser Wert steigt bis zum 50. Lebensjahr an, sinkt danach aber wieder, da die Gefäße weniger elastisch werden. Trotzdem reicht im Alter ein zu hoher erster Wert, um eine Behandlung zu starten.

Ab wann ist der Blutdruck zu hoch?
Nicht nur bei außerordentlich hohen Blutdruckwerten drohen Herzinfarkt und Co. Auch schon ein systolischer Wert (das ist der höhere von beiden) von 150 mmHg kann zu erheblichen Gefäßschäden führen. Nur ein normaler bis niedriger Blutdruck hält die Gefäße gesund, elastisch und durchgängig.
  • optimaler Blutdruck: < 120/80 mmHg
  • Keine Schädigung von Gefäßen und Organen, beste Lebenserwartung
  • normaler Blutdruck: <130/85 mmHg
  • Besonders Diabetiker, Schwangere und Nierenkranke sollten diese Werte anstreben
  • noch normaler Blutdruck: <130-139/85-89 mmHg
  • Die Gefäße nehmen bereits Schaden - Lebensstil verbessern und regelmäßig Blutdruck kontrollieren!
  • leichter Bluthochdruck: < 140-159/90-99 mmHg
  • Konkret mit Lebensstilmaßnahmen beginnen. Falls das nicht ausreicht, brauchte es Medikamente, besonders dann, wenn andere Risikofaktoren vorliegen (Rauchen, Übergewicht, Cholesterin erhöht).
  • mittelschwerer Bluthochdruck: < 160-179/100-109 mmHg
  • Nicht mehr zögern! Medikamente sind unvermeidlich. Durch Bewegung und Gewichtsreduktion kann jedoch die Dosis verringert werden.
  • schwerer Bluthochdruck: < 180/110 mmHg
  • Der Blutdruck muss umgehend durch Medikamente gesenkt werden, wahrscheinlich braucht es sogar eine Kombination von Präperaten. Lebensstilveränderungen optimieren hier natürlich auch die Therapie.

Lebenserwartung in Gefahr
Bleibt der Blutdruck eines Mannes konstant bei 150/100 mmHg ohne Therapie, sinkt seine Lebenserwartung um durchschnittlich 16 Jahre (!) von 76 auf 60 Jahre. Ziel ist es also immer den Blutdruck in den Normalbereich zu bekommen, am besten durch eine Veränderung des Lebensstils, bei Bedarf unterstützt durch Medikamente.

Hoher Blutdruck ist erblich
Die schlechte Nachricht: ein hoher Blutdruck ist vielen in die Wiege gelegt. Bei 90% der Patienten lässt sich eine familiäre Häufung feststellen.

Ist der Blutdruck immer gleich?
Unser Blutdruck kann spontan sehr stark schwanken, beispielsweise in der Arztpraxis wenn man etwas nervös ist. Aber auch von der Tageszeit und von der derzeitigen körperlichen Verfassung hängt das Messergebnis ab. Daher sagt eine einzelne Messung auch wenig aus. Daher ist die Selbstmessung zu Hause mit einem eigenen Gerät eine gute Alternative. Hier kann man ohne viel Aufwand regelmäßig am Tag und ohne Stress seine Werte messen. Messen Sie 2-3 mal am Tag zu unterschiedlichen Tageszeiten, für 2-3 Wochen. Dann können Sie Ihren Blutdruck gut einschätzen.

Wie kann ein erhöhter Blutdruck gesenkt werden?

Gewicht senken
–> 10 kg weniger auf der Waage bringen um 20 mmHg weniger bei der Blutdruckmessung!
Die meisten Personen mit Bluthochdruck tragen auch zuviel Gewicht mit sich herum. Besonders gefährlich ist hier das Bauchfett, also die sogenannte Apfelform. Diese Fettreserven um die Mitte verschlechtern Ihre Werte viel stärker als Fett an Po und Hüfte.
Durch den Gewichtsabbau wird das Herz entlastet und auch der Fett- und Zuckerstoffwechsel bessern sich.
Aber bitte verzichten Sie auf radikale Nulldiäten! Langsam, aber dauerhaft ist die Devise.

Gesunde Ernährung und moderater Salzkonsum
–> bringen bis zu 15 mmHg weniger bei der Blutdruckmessung!
Eine ausgewogene gesunde Ernährung führt nicht nur über Gewichtsabbau zu besseren Blutdruckwerten. Sie können durch bestimmte Lebensmittel zusätzlich etwas für Ihren Blutdruck tun. Ganz allgemein bekannt ist der Zusammenhang zwischen Salzkonsum und Bluthochdruck. Wobei hier zu sagen ist, dass nur etwa 10 % der Hypertoniker auf Salzreduktion eine positive Wirkung zeigen. Wir raten niemandem zu geschmacklosem, faden Essen. Aber probieren Sie mal die Vielzahl an Gewürzen und frischen Kräutern aus. Das hilft um mit weniger Salz auszukommen. Fertigprodukte und Kantinenessen sind dagegen meist stark gesalzen. Nehmen Sie sich doch ab und zu etwas frisch Zubereitetes in die Arbeit mit oder kochen Sie am Abend einen schnellen Eintopf. Auch bei der Auswahl der Fette können Sie Ihrem Blutdruck nach unten treiben. Gute Fette in Fisch, Nüssen und einigen pflanzlichen Ölen helfen, das Blut dünnflüssig zu halten und somit fließt das Blut leichter durch unsere Adern. Sparen Sie dagegen bei den schlechten Fetten aus Fleisch, Wurst und Co. Diese bewirken nämlich genau das Gegenteil.

Bewegen Sie sich!
–> Laufen Sie dem Bluthochdruck einfach davon: regelmäßiges Ausdauertraining kann den Blutdruck um bis zu 20 mmHg senken!
Sportarten wie Joggen, Walken, Radfahren, Schwimmen und Wandern sind super dazu geeignet, Ihre Gefäße zu weiten und somit den Blutdruck zu senken. Ein weiterer Vorteil: durch Ausdauersport heben Sie auch Ihr “gutes” HDL-Cholesterin, das zusätzlich Ihr Herz schützt.
Regelmäßig bewegen heißt: 3-4 mal pro Woche jeweils eine halbe Stunde!
Steigern Sie Ihr Training langsam und vermeiden Sie zuviel Anstrengung, wenn Sie diese noch nicht gewöhnt sind. Falls Sie Hypertoniker sind, behalten Sie Ihre Blutdruckwerte auch während dem Training im Auge.

Weniger Stress, Nikotin und Alkohol
–> Verhilft Ihnen zu bis zu 15 mmHg weniger auf Ihrem Blutdruckkonto!
Dauerstress schädigt Ihr Herz und Ihre Gefäße. Denken Sie einmal bewusst nach, was Ihre Stressfaktoren im Alltag sind. Versuchen Sie diese in Zukunft “gesünder” zu verarbeiten als mit ungesundem Ersatzkonsum.
Viele Hochdruckpatienten reagieren sehr empfindlich auf Alkohol. Nicht zum Stressabbau nutzen!
Versuchen Sie das Rauchen aufzugeben oder einzuschränken! Noch 2 h nach der letzten Zigarette ist Ihr Blutdruck um 20 mmHg erhöht!